Anselm König Band

Tiger, Panter und so …, TUCHOLSKYROCK

Tucholsky Blues

Titelblatt des Kurt Tucholsky Programms

Wie war das damals in den Zwanzigerjahren, den "roaring twenties" auf den Straßen Berlins? Weniger Autos gab es als heute, aber vermutlich ebensoviel Verkehr. Und die Menschen? Was sie bewegte, wen sie liebten, was sie ignorierten — all das lebt wieder auf im "Tucholsky-Blues" von Anselm König und Beat Riggenbach. "Kein Mensch dreht die Zeit zurück", schrieb Kurt Tucholsky in seiner Momentaufnahme "Augen in der Großstadt".

Doch die beiden Musiker scheinen die Zeit von damals vorzudrehen, so als habe der Dichter die heutige Zeit charakterisiert.

Klaus Peter Schulz bezeichnete Tucholsky als den "größten Schriftsteller, den Berlin im 20. Jahrhundert hervorgebracht hat". Sein "Hunger nach Farben, nach der Welt, die so weit" schien grenzenlos und findet in den "dirty blue notes" des Duos zumindest Ausdruck, streckenweise gar Erfüllung.

Hörbeispiele:

Professoren
Aus
Verfehlte Nacht
Figurinen
Media in Vita
Letzte Fahrt
Der Graben
Déjà vu - Gefühle
Berliner Nacht
Augen in der Großstadt

Pressestimmen

"Die Rockmusik der Anselm König Band trug diese Vorstellung wie geschmiert. So, dass ich mich frug, war Tucholsky nun ein Rockpoet, oder ist die Musik zu seinen Texten austauschbar, solange sie Rockmusik bleibt? Endlos. Anselm König ist es jedenfalls gelungen, die Musik so unprätentiös wie den Text zu halten und ihr damit beste Transportfunktion zu geben. — Die Stadt, das Tempo, die Vielheiten, das Kreuzen der Blicke, die Wege, das Kompendium des Alltags, das Nichtverweilen; das ist irgendwie Rock oder einfach'straight'. Wenngleich auf seiner CD 'Tiger, Panter und so… TUCHOLSKYROCK' eben alles Rockmusik ist, so kommt die Gangart den Erfordernissen des Textes in den Grosstadt-Songs besonders nahe. — Rockmusik, deren Duktus nicht überlastig ist, leichtmetallen mithin, die den Augenblicklichkeiten des Lebens gut zu Gesicht steht. Und weil diese über mehr als ein ganzes Leben entscheiden können, sollte es diesfalls keine Frage des Genres sein, dass ich den 'Augen in der Großstadt' von der Anselm König Band möglichst viele Hörer wünsche."
(Kommentar Liederbestenliste SDR 2)

Königs lautmalerische Kommata und Ausrufezeichen, schwebende Gesangsduette und eruptive Steigerung an Keyboards, Gitarre und Saxophon — wo wurde Literatur jemals so vehement und sensibel verstanden?
(Badische Zeitung)

Anselm König verzichtet auf großartige Requisiten, ist er selbst doch das erlesenste Requisit. Ausdrucksvoll, emotionsgeladen, spontan, hintergründig und voller Farbenpracht, das sind seine Darbietungen.
(Südkurier)