Anselm König Band

Erich-Kästner-Konzert

"Es gibt nichts Gutes außer man tut es"

Beat & Anselm

Erich Kästner war Kaffeehausdichter. Sein Handwerkszeug: Starke, filterlose Zigaretten, schwarzer Kaffee, Papier und Stift führte er mit der Präzision eines Hirnchirurgen gegen die preußischen Männerfantasien seiner Zeit. Seine Arbeitsplätze, die kleinen, runden Kaffeetische waren wie Inseln in der überbordenden Brandung der "Roaring Twenties", jener Übergangszeit zwischen den beiden Weltkriegen, die Kästner hautnah als Migrant im eigenen Land erlebte. Mit der vollen Wucht seiner gradlinigen Sprachkraft entlarvte er die Lügen und Verbrechen einer stumpfsinnigen Kriegsmentalität und verdichtete den ganzen Ungeist seiner Zeit in wenigen Strophen. Die "Fantasie von Übermorgen" und "Die andere Möglichkeit" sind beredtes Beispiel für Kästners Dichtkunst. Diese Großstadtlyrik "für Erwachsene" hat ihren Ursprung in den mondänen Straßenschluchten und engen Hinterhöfen Berlins; die wenigen Pseudo-Liebeslieder stülpen dem Leser Beziehungskisten über, deren Ausstattung an Sargwände erinnern. Einzig der trockene Galgenhumor macht da den beißenden Sarkasmus verdaubarer.

Hörbeispiele:

Die Zunge der Kultur
Die andere Möglichkeit
Fantasie von Übermorgen
Exemplarische Herbstnacht
Junger Mann, fünf Uhr morgens
Gespräch in der Haustür
Sachliche Romanze
Mathilde, aber eingerahmt
Trostlied im Konjunktiv
Trostlied im Konjunktiv (Premix-Version)

Plakat "Kästner Kult-Tour"

Unsere Musik zur "Neuen Sachlichkeit" Kästners entstand in einer weiten, unverbrauchten Berglandschaft, ähnlich jener, in der unser rastloser "Moralist" als Eremit auf Zeit die Ideen für seine Weltbestseller schöpfte: Berühmt wurde Kästner mit der "Parole Emil", dem "Fliegenden Klassenzimmer" und all den anderen liebevollen Kinderbüchern, die des Dichters Hoffnung vermitteln: Die Welt wird gut, wenn wir Gutes tun und erst dann "hat das Schicksal maßgeschneidert".

Wir würden uns riesig freuen, wenn die Zuhörer bei unseren Kästner-Konzerten das spürten, was uns an Erich Kästner so begeistert: Den Mut zur Ehrlichkeit.